Wer war die Berolina?
Am 21. Mai 1889 wurde die Berolina zum Staatsempfang des italienischen Königs Umberto von Kaiser Wilhelm II. am Potsdamer Platz aus Gips präsentiert. Die Berliner waren von dieser Figur so begeistert, das sie auf eine dauerhafte Darstellung drängten. So ließ Emil Hundrieser sie in knapp 2 Jahren von Hofklempnermeister F. R. Peters in Kupfer getrieben fertigen.
Am 3. Dezember 1895 wurde sie dann auf dem Alexanderplatz aufgestellt. Dort wurde die Berolina, 7,5 Meter hoch und fast 100 Zentner schwer, zur Symbolgestalt Berlins. Wegen des U-Bahnbaues wurde sie 1927 abgebaut, jedoch auf drängen der Presse und der Berliner 1933 zum 2. Mal der Öffentlichkeit übergeben. Das Ereignis wurde von der Bevölkerung groß gefeiert. Sogar das Modell Anna Sasse war Ehrengast und 2000 BVGer marschierten mit einem riesigen Musikzug voran.
1944 sollte sie zu Kriegszwecken eingeschmolzen werden. Die Presse, Akademiker und die Berliner Bevölkerung wollten es verhindern, ohne Erfolg - jedenfalls ist sie seit diesem Zeitpunkt verschwunden. Der Sockel überstand den Krieg. Er schien als eine Art Anschlagsäule benutzbar zu sein. Aber 1985 wurde auch er beseitigt. Nicht weit vom Platz, an dem er war, steht heute die Weltzeituhr.
1987 wurde auf der damaligen Funkausstellung als Musikpreis eine "Berolina", erstellt von Joachim Dunkel, 19 Mal vergeben.
1955, nach 100 Jahren, erstellte Frau Ebert vom Stadtmuseum eine umfangreiche Ausstellung.
Der geplante Umbau des Alexanderplatzes ist nun eine gute Gelegenheit, die beliebte Figur wieder zu erstellen. Die Berolina könnte als Wahrzeichen und als interessanter Anziehungspunkt zur Verschönerung des Alexanderplatzes beitragen. Die Berolina wäre ein Schritt zur Rückgewinnung des historischen Berlins.